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Vilnius

Vilnius, Hauptstadt von Litauen

Vilnius, Hauptstadt von Litauen

Mit mehr als einer halben Millionen Einwohner ist Vilnius die größte Stadt Litauens, zugleich Hauptstadt und Regierungssitz. Vilnius ist eine Stadt verschiedener Nationen: Nur knapp 60 Prozent der Einwohner kommen aus Litauen, etwa 19 Prozent aus Polen und 14 Prozent aus Russland. Damit liegt Vilnius im Trend, ist doch im ganzen Baltikum eine multiethnische Bevölkerung typisch für die Geschichte der Region.

Kopfsteinpflaster, schmale Gässchen, schmucke Häuschen – Vilnius ist einfach hübsch. Seit 1994 zählt die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die vielfältige Architektur reicht von Barock über Backsteingotik bis zum Klassizismus und in die Renaissance und verleiht der Stadt ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild.

Die litauische Hauptstadt ist – vor allem im architektonischen Sinne – eine religiöse Stadt: Etwa 50 Kirchen kann der Besucher bestaunen. Die St.-Annen-Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist ein schönes Beispiel für die typische Backsteingotik. Ihr Architekt entwarf auch Teile der Prager Burg. Die Kasimir-Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert wiederum spiegelt den barocken Baustil wider. Ebenso die Peter-und-Paul-Kirche: Die weißen Stuckverzierungen im Innern versetzen den Besucher in Erstaunen. Das Besondere: Auch zur Sowjetzeit wurden in der sehenswerten Kirche Gottesdienste abgehalten.

Früher hatte Vilnius eine ausgeprägte jüdische Kultur, das Land bot den vor Verfolgung fliehenden Juden Unterschlupf. Das „Jerusalem des Nordens“ wurde Vilnius auch genannt. Mit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Bevölkerungsstruktur deutlich verändert. Die Juden wurden unter den Nazis ermordet, etwa 80.000 Juden lebten zu der Zeit in Vilnius, danach wurden Russen und Litauer angesiedelt. Somit ging das einst blühende jüdische Leben in Vilnius verloren, das ehemalige jüdische Viertel zerfiel, Häuser wurden abgerissen. Im Wald von Paneriai steht ein Denkmal, das den hier während des Zweiten Weltkrieges ermordeten Juden gewidmet ist.

Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist der Gediminas-Turm. Das Bauwerk war Teil der Oberen Burg, die im 14. Jahrhundert am Zusammenfluss von Vilna und Neris errichtet wurde. In seinem Innern veranschaulicht ein Museum die Geschichte der Stadt und ihrer Burg. Von dem Turm aus hat man einen herrlichen Blick auf Vilnius.

Wer Souvenirs einkaufen oder sich in einem der Restaurants und Cafés entspannen möchte, der sollte die Pilies gatve aufsuchen, sie ist eine der Hauptstraßen in der Altstadt. Von ihr zweigen zahlreiche kleine Gässchen ab. Ein schönes Ambiente zum Schlendern und Stöbern.

Vilnius ist übrigens eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Die Universität ist sogar die älteste im gesamten Baltikum, schon 1579 wurde sie gegründet. Der Gebäudekomplex präsentiert sich in vielerlei Architekturstilen und ist durchaus sehenswert.

In Vilnius wird gerne gefeiert: Gerade in den Sommermonaten finden hier verschiedene Festivitäten wie etwa die Vilniusser Festspiele mit Klassik und Weltmusik, Jazzfestivals, Tanz- und Folklore-Veranstaltungen statt. Die Stadt ist damit auch ein kultureller Nabel Litauens. 2009 war Vilnius gemeinsam mit dem österreichischen Linz Europäische Kulturhauptstadt.

Städtereisen nach Vinlius werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten. Der Baltikum-Spezialist Schnieder Reisenetwa hat eine dreitägige Wochenend-Reise im Programm.