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Nationalpark Kurische Nehrung

Kurische Nehrung in Litauen

Kurische Nehrung in Litauen

Die Kurische Nehrung ist neben den Städten Kaunas und Vilnius vermutlich die Hauptattraktion Litauens – kulturell und landschaftlich ein äußerst reizvolles Fleckchen Erde! Seit 2000 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Die Landzunge ist etwa 100 Kilometer lang, ihr nördlicher Teil gehört zu Litauen, der südliche zu Russland (Exklave Kaliningrad). Die Nehrung trennt das Haff von der Ostsee. An der breitesten Stelle misst sie nicht einmal vier Kilometer, an der schmalsten sogar nur 400 Meter.

Die Kurische Nehrung umfasst insgesamt zwei Nationalparks: Der Nationalpark Kursiu Nerija befindet sich auf litauischem Staatsgebiet, der Nationalpark Kurschskaja Kossa auf russischem Territorium.

Der litauische Nationalpark Kursiu Nerija besteht seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1991. In Nida gibt es ein Besucherzentrum, in dem sich Urlauber über den Nationalpark informieren können, im Sommer steht ein weiteres in Smiltyne zur Verfügung. Außerdem gibt es in Klaipeda, Nida und Juodkrante allgemeine Touristeninformationszentren.

Etwa 900 Pflanzenarten gedeihen auf der Nehrung, allein 31 von ihnen stehen auf der Roten Liste Litauens. Nadelbäume sind die typischen Baumarten, vor allem Kiefern wachsen hier. Aber auch Fichten, Tannen, Wacholder und Lärchen haben hier ihr Vorkommen. Laubbäume wie Eichen oder Eschen sind hingegen relativ selten und besiedeln nur etwa 20 Prozent der Fläche. Etwa ein Viertel des Parks wird von Sandflächen (Strand und Dünen) eingenommen.

Abholzungsmaßnahmen im 15. bis 17. Jahrhundert führten dazu, dass sich die Sandmassen in Bewegung setzten, ganze Ortschaften wurden so unter Sand begraben und mussten umgesiedelt werden. Erneute Bepflanzungen konnten das Problem glücklicherweise eindämmen.

Eine geografische Besonderheit der Nehrung ist die zweitgrößte Düne Europas, die Düne von Parnidden. An ihrer beachtlichen Größe verliert sie leider zusehends, weht doch der Wind den Sand ins Haff. Etwa 15 Meter Höhe hat sie in den vergangenen 20 Jahren eingebüßt.

Interessant für ornithologisch interessierte Besucher: Nahe Juodkrante befindet sich die größte Brutstätte von Kormoranen und Grauen Reihern in Litauen.

Auf einem asphaltierten und teils gerade neu überarbeiteten Radweg können Aktive die Nehrung auch per Fahrrad entdecken. Der 52 Kilometer lange Weg verbindet Nida mit Preila, Pervalka, Juodkrante und Smiltyne. Es gibt kaum Steigungen, sodass die Route auch mit Kindern und von Menschen mit wenig Kondition zu bewältigen ist. Aber: Im Sommer sollte man die Sonne auf den nicht beschatteten Etappen nicht unterschätzen – unbedingt an Sonnenschutz denken.

Die Nehrung ist von Klaipeda aus mit der Fähre zu erreichen. Es gibt eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer (Ableger nahe der Innenstadt von Klaipeda (Šiaurinis ragas, Danės g. 1), http://www.keltas.lt/en/time-tables/the-old-ferry-terminalnorth-horn/) und eine große, die Autos und Wohnmobile transportiert (Ableger wenige Kilometer südlich der Innenstadt von Klaipeda (Nemuno g. 8), http://www.keltas.lt/en/time-tables/the-new-ferry-terminal/). Man erreicht dann auf der anderen Seite Smiltyne, den nördlichsten Ort der Nehrung. Das gelöste Ticket für die Fährüberfahrt auf die Nehrung gilt übrigens für den Hin- und den Rückweg.

Wer den Nationalpark betreten möchte, muss bei Alksnyne eine Abgabe zahlen. Auch mit dem Auto oder Wohnmobil darf man die Nehrung befahren, die Eintrittsgebühren dafür sind je nach Saison relativ hoch. So zahlt man mit einem Pkw zwischen 5 und 20 Euro – je nach Reisezeitraum. Radfahrer sind von der Gebühr befreit (der offizielle Radweg auf der Nehrung führt auch nicht am Kontrollpunkt vorbei).
Nähere Informationen zu den aktuellen Gebühren finden Sie unter http://neringa.eparkingas.lt/tickets/pricelist.html
Wichtig für Camper: Es ist verboten, im Nationalpark wild zu campen, weder mit dem Zelt noch mit dem Wohnmobil. Dafür steht der einzige Campingplatz der Nehrung (bei Nida) zur Verfügung.