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Kultur

Grutas Park in der Nähe von Druskininkai, Litauen

Grutas Park in der Nähe von Druskininkai, Litauen

Unter kulturellen Gesichtspunkten braucht sich Litauen keinesfalls zu verstecken. Das geschichtsträchtige Land hat eine bewegte Vergangenheit, die sich in Architektur, Kultur und Brauchtum widerspiegelt. So gibt es für kulturinteressierte Besucher viel zu entdecken. Natürlich sollten die Städte mit ihren Architekturdenkmälern erkundet werden, außerdem die prachtvollen Schlösser, Herrenhäuser und mächtigen Burgen. Daneben sind aber auch die Museen des Landes besuchenswert, verschiedene (Kultur-)Veranstaltungen ergänzen das Angebot.

Die Museumswelt Litauens ist vielfältig und interessant: In Kaunas etwa kann man das Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis Nationalmuseum besuchen. Es wurde nach dem vermutlich berühmtesten litauischen Künstler Ciurlionis (1875 – 1911) benannt, er war Maler und Komponist. Das Museum zeigt viele Exponate von ihm, widmet sich aber auch der litauischen Kunst im Allgemeinen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Im Grutas Park in der Nähe von Druskininkai befindet sich eine Ausstellung der nach der Unabhängigkeit „ausrangierten“ Sowjetdenkmäler. Mehr als 100 Objekte, vor allem Abbildungen sowjetischer Führer, sind zu sehen. Sie spiegeln die Ideologie und den Personenkult der Sowjetzeit wider. Auch alte Wachtürme und Teile von Arbeitslagern sind auf dem Gelände zu finden. Ein dazugehöriges Museum arbeitet die sowjetische Herrschaft auf.

Wer sich für Kunst interessiert, wird in den vielen Galerien und Kunstausstellungen fündig. Das Litauische Kunstmuseum in Vilnius zum Beispiel zählt zu den modernsten und jüngsten Kunstzentren Litauens. Es beherbergt mehr als 40.000 Zeichnungen und Gemälde. Im Europa Park – beim 1989 errechneten Mittelpunkt Europas – werden etwa 100 Skulpturen internationaler Künstler unter freiem Himmel ausgestellt.

Außerdem gibt es zahlreiche außergewöhnliche Museen wie etwa das Uhrenmuseum und das Schmiedemuseum (beide in Klaipeda), oder das Teufelsmuseum in Kaunas.

Was viele nicht wissen: Fasching spielt in Litauen durchaus eine Rolle. Er soll den Winter vertreiben, es wird deftig gegessen (Pfannkuchen und Erbsenbrei) und ausgelassen gefeiert. Als Verkleidungen sind Masken beliebt, Tier-, Teufels- oder Dämondarstellungen werden gerne gewählt. Mit Pfeifkonzerten, Lärm und Gesang soll der Winter endgültig in die Flucht geschlagen werden. Übrigens: Auf Gut Plateliai gibt es sogar ein Faschingsmuseum.

Überhaupt finden in Litauen allerorten Veranstaltungen und Feierlichkeiten statt, vor allem in den Sommermonaten, wenn der Fasching den Winter besiegt hat. Festivals für Klassik oder Jazz, Rock und Pop, Blues und Independent-Musik gibt es ebenso wie traditionell angehauchte Folklore-Festivals. Das Sängerfest, das alle vier Jahre in Vilnius begangen wird, steht natürlich ganz oben auf der Liste der Feierlichkeiten mit Ethno-Einschlag. Seit 1924 findet das Sängerfest bereits statt. Wie auch die Sängerfeste Lettlands und Estlands zählt es zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender des Fremdenverkehrsamtes von Litauen. „Es werde Nacht“ heißt zum Beispiel eine Kulturveranstaltung, die jeden Juni in Vilnius begangen wird. Um die 1.500 Darbietungen werden in der litauischen „Kulturnacht“ präsentiert, mehr als 100 Kulturorganisationen und etwa 500 Künstler sind beteiligt. Museen, Kirchen, Galerien und Theater sind die ganze Nacht geöffnet. Konzerte, Ausstellungen und Kunstdarbietungen warten auf Nachtschwärmer.