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Kultur- und Geschichtsinteressierte

Viele geschichtsträchtige Orte lassen Besucher auf den Spuren der Vergangenheit wandeln. Dazu zählen einerseits jene, deren Familiengeschichte mit Litauen bzw. dem nördlichen Ostpreußen verknüpft ist. Die alten deutschen Namen vieler Orte spielen auch heute noch eine große Rolle gerade für ältere Reisende, viele sprechen noch heute von Memel, Nidden oder Schwarzort.

Viele sind aber auch an der wechselvollen Vergangenheit des Landes im Allgemeinen interessiert: Die Zeit des Deutschen Ordens, die in der Schlacht bei Schaulen (heute Siauliai) einen ersten Tiefpunkt für die Kreuzritter bedeutete und in der Schlacht bei Tannenberg (1410) gipfelte, ist für viele hochinteressant. Der Deutsche Orden wurde letztlich von der polnisch-litauischen Koalition (dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen) geschlagen. Und auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs, der sowjetischen Besatzung und der Unabhängigkeit von Sowjetrussland 1991 hat in Litauen und in der Bevölkerung deutliche Spuren hinterlassen. Es lohnt sich wirklich, sich der Geschichte des Landes zu widmen.

Die bewegte Vergangenheit Litauens zeigt sich in Architektur, Kultur und Brauchtum. Architekturdenkmäler, prachtvollen Schlösser, Herrenhäuser und mächtigen Burgen kann man besichtigen. Vilnius und Kaunas sind für jeden auch nur vage Kulturinteressierten unbedingt einen Besuch wert. Die Stadtgeschichte und die Architektur, die vor allem Elemente des Klassizismus, Barock und der Renaissance verkörpert, bildet eine hübsche Kulisse für einen interessanten Städteurlaub. Außerdem gibt es zahlreiche Museen. In Kaunas etwa befindet sich das Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis Nationalmuseum, das nach dem wohl berühmtesten litauischen Künstler Ciurlionis (1875 – 1911) benannt wurde. Das Museum zeigt viele Exponate von ihm, widmet sich aber auch der litauischen Kunst im Allgemeinen. Wer einen Eindruck von der Sowjetzeit gewinnen möchte, kann sich im Grutas Park in der Nähe von Druskininkai eine Ausstellung von alten Sowjetdenkmälern anschauen. Ein dazugehöriges Museum arbeitet die sowjetische Herrschaft auf.

Kunstinteressierte werden in den Galerien und Kunstausstellungen Litauens sicher fündig. Das Litauische Kunstmuseum in Vilnius zählt zu den modernsten Kunstzentren Litauens. Mehr als 40.000 Zeichnungen und Gemälde sind hier zu sehen. Nahe dem 1989 errechneten Mittelpunkt Europas – im Europa Park – werden unter freiem Himmel zahlreiche Skulpturen internationaler Künstler ausgestellt.

Veranstaltungen und Feierlichkeiten spielen in Litauen eine wichtige Rolle, vor allem in den Sommermonaten. Festivals für Klassik oder Jazz, Rock und Pop, Blues und Independent-Musik gibt es ebenso wie traditionell angehauchte Folklore-Festivals, sodass Musikinteressierte keinesfalls zu kurz kommen. Und natürlich steht das Sängerfest, das alle vier Jahre in Vilnius begangen wird, ganz oben auf der Liste der Feierlichkeiten. Es zählt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein Blick in den Veranstaltungskalender des Fremdenverkehrsamtes von Litauen lohnt sich allemal.