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Geschichte

Statue von Vytautas dem Großen in Kaunas, Litauen

Statue von Vytautas dem Großen in Kaunas, Litauen

Baltische Stämme besiedelten das Territorium des heutigen Litauen bereits ab 3.000 v. Chr. Unter Fürst Mindaugas gab es im 13. Jahrhundert eine „Fusion“ der baltischen Stämme und es kam zu einer ersten Staatsgründung.

Ebenfalls im 13. Jahrhundert zogen der Schwertbrüderorden und der Deutsche Orden durch baltisches Gebiet und versuchten die Einwohner zum Christentum zu bekehren. Während sie in Estland und Lettland erfolgreich waren, haben die Litauer erbitterten Widerstand geleistet. Berühmt ist die Schlacht von Schaulen (Siaulilai) von 1236, bei der die Kreuzritter geschlagen von dannen ziehen mussten: Die Litauer hatten sich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Die Orientierung in Richtung Christentum kam später, als Litauen sich im 14. Jahrhundert mit dem katholischen Polen zusammenschloss. Diese Union hatte über mehr als 400 Jahre Bestand. Die Ordensritter, die trotz der durch die Vereinigung mit Polen bereits erfolgten Christianisierung nicht locker ließen, versuchten weiterhin, ihre Macht durchzusetzen. Mit vereinten Kräften wurden sie jedoch bei der Schlacht bei Tannenberg (1410) in die Flucht geschlagen.

So haben Litauen und seine beiden nördlichen „Schwesterstaaten“ in vielen Belangen eine ähnliche Geschichte hinter sich, aber in einen Topf werfen darf man sie dennoch nicht. Die Parallelen zeigen sich vor allem ab dem Ersten Weltkrieg, der Deutschen Besatzung, dem Zweiten Weltkrieg und der Einverleibung durch Sowjet-Russland.

1918 wurde der unabhängige litauische Staat gegründet. Die Demokratiebestrebungen waren aber nur von kurzer Dauer und wurden bereits 1926 durch den Putsch von Antanas Smetona in eine Diktatur gewandelt. Im Zweiten Weltkrieg versuchten Deutsche und Sowjets, das Land zu unterwerfen. 1944 übernahm die Sowjetunion die Macht. Es kam zu Deportationen von „Staatsfeinden“, Repressalien, Unterdrückung der litauischen Bevölkerung.

Die Loslösung von der Sowjetunion begann ab 1988 mit der „Singenden Revolution“. 1989 bildeten zwei Millionen Menschen eine Kette von Tallinn über Riga nach Vilnius und protestierten für die Unabhängigkeit der baltischen Staaten. 1990 rief Litauen den souveränen Staat aus, eine Bestrebung, die die Sowjets zu unterdrücken versuchten. Im August 1991 gab es den so genannten Vilniusser Blut-Sonntag, an dem sowjetische Truppen gewaltsam die Unabhängigkeitsbestrebungen zu beenden versuchten. Erfolglos: Im selben Jahr wurde die Unabhängigkeit Litauens wie auch der anderen baltischen Staaten endlich erreicht.

Seit 2004 gehört Litauen der EU und der NATO an, seit 2007 außerdem dem Schengen-Raum. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wird Litauen die Präsidentschaft des EU-Rates innehaben.