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Länderinfos



Litauen im Überblick

Lage:

Litauen liegt an der Ostsee und grenzt im Norden an Lettland, im Südwesten an Polen und an die Russische Föderation und im Südosten an Belarus. Die Landschaft ist wald- und sumpfreich und besteht aus Tiefebenen und sanftem Hügelland. Das Land wird von einer Vielzahl von Flüssen durchzogen, darunter Nemunas (vormals Memel) und Neris. 1, 5 % der Landesoberfläche besteht aus Seen.

Ländername:

Lietuvos Republika (Republik Litauen)

Größe des Landes:

65.000 qkm, das größte baltische Land

Hauptstadt:

Vilnius (Wilna) ca. 553.000 Einwohner

Sprache:  

Litauisch

Bevölkerung:

Gesamtbevölkerung: ca. 3,4 Mio. davon ca.: 85% Litauer, 6,7% Polen; 6,3% Russen; 1,2% Weißrussen; 0,7% Ukrainer; ca. 0,1% Deutsche und andere Nationalitäten.

Religionen/Kirchen:

weit überwiegend katholisch, daneben russisch-orthodox, protestantisch, jüdisch.

Staats/Regierungsform:

Parlamentarische Demokratie

Zielgebietsinformationen:

Vilnius
Die litauische Hauptstadt Vilnius ist in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Zunächst ist ihre Lage ungewöhnlich; weit im Osten liegt sie selbst für litauische Verhältnisse recht abseits. Ganz anders als ihre exponiert am Meer liegenden baltischen Geschwister Riga und Tallinn. Von Vilnius an die Küste sind es immerhin gut 300 Kilometer. Auch historisch lief in Vilnius fast alles anders. Niemals unter deutsch-baltischem Einfluss war die Stadt niemals Mitglied der Hanse und stand stets unter einem polnisch geprägtem Einfluss. Zwischen den beiden Weltkriegen gehörte Vilnius (polnisch Wilno ) sogar zu Polen. Über die Jahrhunderte entwickelte sich Vilnius zu einem hoch angesehenen jüdischen Bildungszentrum, was ihr den Beinamen „Jerusalems des Nordens“ einbrachte. Bis zur Nazi-deutschen Besetzung der Stadt lebten dort zu fast 50% jüdische Bürger. Das anschließende Morden zerstörte die Jahrhunderte alte Kultur nachhaltig.

Wenig gelitten hat das architektonische Erbe. Vilnius ist eine Stadt des Barocks. Oft wurde der barocke Schmuck auf mittelalterlicher Substanz aufgetragen. Und Vilnius ist eine Stadt der Kirchen! Sie alle zu besuchen würde Tage dauern. Zu den wichtigsten gehört die Peter und Paul-Kirche. Der äußerlich schlichte Bau ist im Inneren ein fest für die Augen. Über 2000 einzigartige Figuren - alle in strahlendem Weiß - schmücken die Kirchenwände und Decke. Außerdem die gotische Annenkirche, die große Kathedrale und viele mehr. In der riesigen Altstadt - eine der größten Europas - befindet sich die alte Universität. Mit ihren Gängen und Höfen eine Art Stadt in der Stadt. Das alte jüdische Viertel, der Burgberg und das wieder aufgebaute Schloss nicht zu vergessen.

Also, auch wenn Vilnius etwas abseits Ihrer Route liegen sollte, planen Sie es unbedingt mit ein! Es lohnt sich!

 

Aukstatija Nationalpark

Gut eine Stunde Autofahrt nordöstlich von Vilnius befindet sich der Aukstatija-Nationalpark. Auf dem Weg dorthin passieren Sie den geographischen Mittelpunkt Europas. Der waldreiche Nationalpark ist durch zahlreiche Seen geprägt. Die vielen Dörfer sind oft sehr ursprünglich erhalten und so scheinen die Uhren in Aukstatija langsamer zu ticken als anderswo. Mittelpunkt ist der Ort Paluse mit einer über 250 Jahre alten sehenswerten Holzkirche, die - ähnlich den Stabkirchen - ohne einen Nagel auskommt.

 

Berg der Kreuze

Gut 12 Kilometer nördlich der Stadt Silauliai (Schaulen) liegt der Berg der Kreuze. Auf einem Hügel sind hier abertausende Kreuze in allen verschiedenen Größen aufgestellt. Einst als Zeichen des Widerstandes gegen die russische Okkupation entstanden – und mehrfach durch die Sowjets zerstört – werden die Kreuze heute meist aufgestellt bzw. aufgehängt, um einen besonderen Anlass segnen  zu lassen. Sei es eine Geburt, Hochzeit oder auch ein Todesfall. Wenn Sie dort sind, können Sie ebenfalls ein Kreuz dazuhängen (werden natürlich vor Ort angeboten und auf Wunsch graviert).

 

Birzai

Nordöstlich, fast an der lettischen Grenze, liegt die Stadt Birzai. Sehenswert ist hier in erster Linie das Schloss aus dem 17.Jh. inmitten einer alten Festungsanlage.

 

Druskininkai

Der Kurort Druskininkai liegt im südöstlichsten Zipfel Litauens, im Dreiländereck Litauen-Polen-Weißrußland malerisch an der Memel, die in Litauen Nemunas heißt. Der Ort erlangte bereits früh den Status eines angesehenen Kurortes und ist hauptsächlich bei polnischen und ex-sowjetischen Besuchern bekannt. Wer einige erholsame Tage mit einem Kur- oder SPA/Wellness-Programm verbringen möchte, ist hier goldrichtig. Das Hotelangebot ist entsprechend reichhaltig vom einfachen Kurhaus bis zum 4-Sterne-Hotel mit SPA-Bereich. In der Waldreichen Umgebung lohnen Ausflüge in den Dzukija-Nationalpark.

 

Grutas Park

Ein wenig bizarr geht im Grutas Park zu. Durch das namensgebende Dorf Grutas kommen Sie zu einem Park, in dem ein reicher Litauer die allseits abgebauten Sowjet-Denkmäler zu einer Art Skulpturenpark aufgebaut hat. Durchaus manchmal auch kritisch als eine Art „Sowjet-Erlebnispark“ beäugt, ist der Park auch bei den Litauern überaus beliebt. Werden doch in Ausstellungen auch viele Alltagsgegenstände aus der Sowjetzeit gezeigt – und somit viele Alltagserinnerungen geweckt. Kritisches zeigt sich am Eingang in Form der Eisenbahnwaggons, wie sie für Deportationen nach Sibirien genutzt wurden. Der Park liegt nicht weit von Druskininkai im Südosten Litauens.

 

Kaunas:
Am Zusammenfluss von Memel und Neris, liegt gut 90 Kilometer westlich von Vilnius die zweitgrößte Stadt Litauens „Kaunas“ (Kowno). In der Zeit der litauischen Unabhängigkeit zwischen den beiden Weltkriegen, war sie sogar provisorische Hauptstadt, da Vilnius an Polen gefallen war. Die besondere Lage der Stadt war früh von strategischer Bedeutung. Davon zeugt noch heute die Ruine einer befestigen Burg. Die daran anschließende Altstadt ist überaus sehenswert und beherbergt mit der Domkirche den größten gotischen Sakralbau des Landes. Direkt an die Altstadt grenzt die Laisves Aleja, die Freiheitsallee, mit über 2 Kilometern Länge die größte Fußgängerzone des Baltikums. Leider hat der Einkaufsboulevard inzwischen sehr unter den „auf der grünen Wiese“ errichteten Einkaufspalästen zu leiden. Diese Entwicklungen sind ja auch uns nicht fremd...

 

Klaipeda:
Klaipeda (Memel) ist die einzige Hafenstadt Litauens und drittgrößte Stadt des Landes. Die historische Altstadt wurde nach starken Zerstörungen im 2.Weltkrieg bereits in den siebziger Jahren dank eines engagierten Bürgermeisters wieder aufgebaut und restauriert. Das einstige Memel hatte bereits in früheren Jahrhunderten durch Kriege und Brände sehr gelitten und so geht die Bebauung meist auf die letzten 200 Jahre zurück. Auffällig ist die für das Baltikum sonst untypische Fachwerkbauweise vieler Altstadthäuser, die aber aus Gründen des Brandschutzes oft verputzt sind.

Das die Altstadt schachbrettartig aufgebaut ist, sind alle Sehenswürdigkeiten leicht zu finden, z.B. der Theaterplatz mit dem Ännchen- von-Tharau-Brunnen oder die alte Post. In der „Neustadt“ ist neben dem Uhrenmuseum das wilhelminische Postamt sehenswert. Auf dem alten Burghügel plant man den Wiederaufbau der Memelburg. Bedeutung bekommt Klaipeda auch als einziger Zugang zur Kurischen Nehrung. Nur von hier verkehren Autofähren in das gegenüber liegende Smiltyne (Sandkrug).

Kurische Nehrung:

Die Kurische Nehrung ist eine der eigentümlichsten Landschaften Europas und eines der beliebtesten Reiseziele des Baltikums. Die schmale Halbinsel erstreckt sich über eine Länge von knapp 100 Kilometern von Cranz im Kaliningrader Gebiet bis nach Klaipeda in Litauen und trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Im Norden bei Klaipeda ist sie durch die schmale Mündung des Kurischen Haffs vom Festland getrennt. Ihre Breite schwankt zwischen ca. 300 Metern und etwas über 4 Kilometern. Auf der Ostseeseite erstreckt sich über die gesamte Länge ein breiter und feiner Sandstrand - der längste Strand Europas!

Zu den Besonderheiten der Kurischen Nehrung gehören Ihre riesigen Sanddünen, die in früheren Jahrhunderten immer wieder Dörfer verschütteten. Durch gezielte Bepflanzungen bekam man diese Bedrohungen vor etwas mehr als 100 Jahren in den Griff. Heute prägen neben den Dünen Birken und Kiefernwälder das Bild der Nehrung.

Die litauisch-russische Staatsgrenze verläuft genau in der Mitte der Kurischen Nehrung. uf der litlitauischen Hälfte liegen die Orte Schwarzort, Perwelk, Preil und Nidden, auf der russischen Seite Pillkoppen, Rossitten und Sarkau.

Für einen erholsamen Urlaub eignen sich hervorragend die Orte Nidden und Schwarzort mit einem guten Angebot an Unterkünften. Speziell in Nidden (lit. Nida) ist das Angebot sehr gut. Von hier werden auch viele Ausflüge angeboten. Auf keinen Fall sollten Sie sich eine Bootsfahrt über das Kurische Haff in das Memeldelta entgehen lassen. Ein besonderes Erlebnis sind die Fahrten mit einem klassischen Kurenkahn!

Auf der russischen Seite ist eine touristische Infrastruktur kaum vorhanden, so dass es außerhalb der Unterkünfte kaum Angebote gibt (also keine Restaurants, Ausflüge, etc.). Das kann natürlich auch seinen Reiz haben...

 

Memelland:
Der Begriff Memelland bezieht sich auf das Gebiet westlich des Kurischen Haffs von ca. Klaipeda (Memel) bis nach Smalininkai an der Memel. Ein anderer gängiger Begriff ist auch „Klein-Litauen“, der die damals hier lebenden, vorwiegend protestantischen Litauer gegen die katholischen „Groß- Litauer“ abgrenzte. Das Gebiet gehörte zusammen mit dem nördlichen Teil der Kurischen Nehrung über Jahrhunderte zu Ostpreußen, bis es in den Wirrungen des 20.Jahrhunderts zunächst französisches Protektorat, dann Teil der ersten litauischen Republik, 1939 wieder deutsch und nach 1945 der litauischen Sowjetrepublik angegliedert wurde. Mit der litauischen Unabhängigkeitserklärung wurde es 1991 dann schließlich litauisches Staatsgebiet. Das jahrhundertelange Zusammenleben von Deutschen und Litauern prägte auch die Ortschaften und die Architektur, die sich deutlich von anderen Teilen Litauens abhebt. Am besten können Sie dies erleben, wenn Sie zum Beispiel von Klaipeda über die alte Landstraße entlang der Memel in Richtung Kaunas fahren. Auch ein Abstecher an das Kurische Haff darf dann nicht fehlen. Ortschaften wie Prökuls, Kinten, Windenburg, Heydekrug, Bitenen und Willkischken säumen dann Ihren Weg. Eine schöne und ruhige Region mit vielen historischen Zeugnissen einer untergegangen Epoche.

 

Palanga:
Knapp 30 Kilometer nördlich von Klaipeda liegt der beliebte Badeort Palanga. Seit die früheren „Herren“ des Ortes, die Grafenfamilie Tiskievicius den Ort zum Seebad erklärte, stieg die Beliebtheit schnell an. Weithin berühmt war und ist die Seebrücke. Zu Sowjetzeiten war Palanga auch ein beliebter Kurort, der klassische Kurbetrieb ist in den letzten Jahren aber etwas ins Hintertreffen geraten. Im Vordergrund steht heute der erholsame und erlebnisreiche Badeurlaub mit einem breit gefächerten Angebot an Hotels, Restaurants und Bars. Palanga gibt sich im Zentrum - speziell an Wochenenden - sehr lebhaft. In den vielen grünen Nebenstraßen kehrt aber sofort wieder Ruhe ein.

Ein wichtiger Anziehungspunkt ist das ehemalige Schloss des Grafen, in dem sich heute ein Bernsteinmuseum mit einer riesigen Ausstellung befindet. Der das Schloss umgebende Park lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein.

 

Silute (Heydekrug):

Silute (sprich Schilute) liegt im sogenannten Memelland (siehe Info links) und ist heute wie damals Verwaltungszentrum/Kreisstadt der Region. In der Kleinstadt ist die alte Bebauung weitgehend intakt, so dass sich ein gutes Bild des früheren Heydekrug ergibt.

 

Trakai:
Gut 30 Kilometer westlich von Vilnius liegt das Städtchen Trakai. Bedeutend ist es aus zwei Gründen: Die gleichnamige Inselburg (keine Wasserburg, wie oft geschrieben wird, denn sie ist auf Land gebaut), malerisch im Galvesee gelegen, ist eines der beliebtesten Reiseziele und Fotomotive im Baltikum. Der litauische Fürst Vytautas ließ die gotische Burg im 14. Jahrhundert errichten. Die ab den 1950iger Jahren restaurierte Burg erreichen Sie über einen langen Holzsteg. Heute beherbergt sie ein Museum. Bedeutung hat die Stadt auch durch die Minderheit der Karäer. Der litauische Fürst holte diese christlich gläubige Gruppe von Schwarzmeer-Tartaren einst als seine Schutztruppe hierher. Ihre typischen Holzhäuser mit jeweils 3 Fenstern ( eines für Gott, eines für den Fürsten und eines für den Hausherren ) zur Straße prägen noch heute das Stadtbild. Ein kleines Museum informiert über die noch heute hier lebenden Karäer.

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